Naomi, PR- & Social Media Beraterin bei Isuntu
Über die Feiertage war ich (meist) offline – was mir die Zeit gab, mir selber ein paar Gedanken zu machen, statt ständig die anderer zu lesen. Das Social Web hatte mich fast verschluckt, wie ein Sog, immer schneller, immer mehr, immer online. Mails, Facebook, Twitter, Apps, Blogs, Facebook, Mails, Apps, Facebook, iPhone, iPad, iMac, ständig auf der Suche nach relevanten Informationen, spannenden Trends. So sehen meine Tage aus. Klar, ich bin Digital Consultant, ich muss ja wissen, was geht. Mit der Dauerpräsenz im Web 2.0 stosse ich aber nicht nur bei «digital tourists» manchmal auf Unverständnis, sondern auch an meine eigenen Grenzen. Stichworte: Information Overload und Verzettelung.
«Mit der Dauerpräsenz im Web 2.0 stosse ich nicht nur bei «digital tourists» manchmal auf Unverständnis.»
Beim nachweihnächtlichen Spaziergang in klirrender Kälte und atemberaubender Schneelandschaft habe ich mir folgende Frage gestellt: kann ich überhaupt noch den Moment geniessen, ohne dabei an Bilder für Instagram oder Statuszeilen für Facebook oder Twitter zu denken? Ja, ich kann. Natürlich. Aber Social Media muss man leben, um es zu verstehen. Und das tu ich auch. Meistens.
Stimmt schon, Social Media kennt keine Blockzeiten und sowohl Internet als auch die mobilen Geräte haben unser Leben verändert. In der Freizeit werden Mails, Facebook und weitere Plattformen gecheckt, man ist immer und überall erreichbar. Mir ist jedoch bewusst, dass auch Social Media nur mit der richtigen Dosierung funktioniert. Hat man sich an die Geschwindigkeit gewöhnt, ist es schwierig, einen Gang runter zu schalten aus Angst man könnte etwas verpassen. Fährt man aber bewusst wieder einmal alles runter – und dazu sind so Feiertage wirklich praktisch – gewinnt man wieder Abstand.
«Social Media muss man leben, um es zu verstehen.»
Dieser Blick aus der Distanz tut gut und verschafft einem einen klaren Kopf. Jeden Hype, jeden Trend muss man nicht mitmachen, um dabei zu sein. Viel wichtiger ist manchmal ein gesunder Abstand, um den Überblick nicht zu verlieren. Und diese Eigenschaft ist nicht nur privat wichtig, sondern auch für unsere Arbeit.
Diese selbstkritische Sichtweise ermöglicht uns einen relevanten und sinnvollen Einsatz von Social Media. Wir verkaufen nicht jedem Kunden auf Teufel komm raus ein Social Media Konzept oder eine Facebook-Page. Kunden-Vorstellungen und -Bedürfnisse sind uns wichtig und sollen durch unsere Arbeit erfolgreich und nachhaltig abgedeckt werden können.
Die Zufriedenheit von Kunden und Benutzer ist unser Ansporn und zugleich Anspruch an unsere Tätigkeit. Durch die gesammelten Erfahrungen, welche uns durchaus selbstkritisch sein lassen, haben wir noch immer die richtige Dosis Social Media gefunden.

